Visualisierung als Trend der Digitalisierung

Visualisierung als Trend der Digitalisierung

 

Enrico Petini

 

27. April 2017

Die Digitalisierung bietet uns eine Vielzahl neuer Möglichkeiten: neue Kommunikationswege, neue Märkte, neue und komplexere Lösungen. Heute können wir mehr Kunden über mehr Kanäle denn je erreichen. Das Einzige, was wir dafür tun müssen ist, den Kunden die entsprechenden Informationen zukommen zu lassen. Doch wir sind nicht die Einzigen, die Informationen erzeugen und diese bei ihren potentiellen Kunden platzieren möchten.

Die Visualisierung erweitert die Grenzen der Wortsprache und revolutioniert die Art und Weise, wie wir denken, lernen, uns verständigen und arbeiten.

Das führt dazu, dass die Informationen, die täglich auf jeden von uns einprasseln, 174 Tageszeitungen füllen könnten. Zum Glück verfügen wir über eine Art Mauer, die uns vor dieser Informationsflut schützt. Unsere Wahrnehmungsfilter sorgen dafür, dass wir nur rund ein Prozent dieser Informationen verwerten. Das hört sich zwar nicht viel an, entspricht aber fast zwei Tageszeitungen … also doch noch eine ganze Menge. Ausschließlich dieses eine Prozent beeinflusst unsere Entscheidungen und unsere Handlungen. Es reicht also nicht, nur die Informationen zu erzeugen und diese über die Vielzahl der möglichen Kanäle zu verbreitern. Vielmehr stellt sich die Frage: Wie schaffen wir es, die eigenen Botschaften in dem Wahrnehmungsbereich unserer Kunden zu platzieren? Dafür ist es hilfreich zu verstehen, wie die Wahrnehmung funktioniert.

 

83 % der Informationen nehmen wir über die Augen wahr. Unsere visuelle Veranlagung trägt dazu bei, dass wir in der Lage sind, 41 % dieser Informationen auch zu behalten. Im Vergleich dazu haben wir lediglich 11 % der Informationen gehört und davon sind wir in der Lage, nur 2 % zu behalten.

 

Neben dem Wahrnehmungskanal spielt noch die Geschwindigkeit eine wesentliche Rolle. Es dauert lediglich 150 ms bis wir ein Symbol erkennen und weitere 100 ms um dieses zu verstehen. Das ist 60.000-mal schneller, als wir Text erfassen können. Alle in diesem Kontext weltweit durchgeführten Studien zeigen die Vorteile grafischer Visualisierung in Vergleich zur reinen Textdarstellung:

 

  • Informationen werden deutlich schneller erfasst.
  • Der Inhalt wird öfter gelesen, wenn grafische Elemente den Text ergänzen (z.B. 8-mal häufiger bei Webseiten).
  • Die Botschaft wird öfter verstanden (z.B. Anleitungen mit Bildern wurden von 95 % der Testpersonen verstanden, während Anleitungen ohne Bilder nur 40 % der Testpersonen verstanden haben).
  • Visuelle Inhalte werden einfacher gelernt - 65 % der Menschen lernen am einfachsten visuell.
  • Grafische aufbereitete Informationen wirken aus Empfängersicht glaubhafter. Dem Herausgeber wird Expertise zugesprochen.
  • Die Corporate Identität des Herausgebers kann besser transportiert werden (über Farben, Logo, Erscheinungsbild).
  • Grafisch dargestellten Inhalte werden als innovativer, zeitgemäßer, dynamischer empfunden.
  • Grafische Darstellungen erhöhen nachhaltig den Web-Trafic und werden deutlich öfter geteilt (Social Media)

 

Grafisch dargestellte Informationen werden am einfachsten und schnellsten wahrgenommen. Doch das ist nur der erste Schritt. Nach der Wahrnehmung erfolgt die Bewertung der Informationen. Unwichtige Informationen werden vergessen – wichtige Informationen behalten wir. Der Empfänger entscheidet, was wichtig ist und was nicht. Je mehr die Informationen mit einem persönlichen Problemen oder aber mit einer persönlichen Belohnungen zu tun haben, desto eher wird diese als wichtig bewertet. Deshalb ist es erforderlich, eine Verbindung zwischen den Problemen oder Belohnungen der Empfänger und den zu vermittelnden Informationen (zum Beispiel zu Produkten und Leistungen) zu schaffen. Geschichten sind dafür eine geeignete Möglichkeit (Storytelling). Werden die Geschichten visualisiert, entsteht Visuelles Storytelling!

 

Nachfolgend die fünf Schritte für visuelles Storytelling bei der Erstellung einer PowerPoint Präsentation:

1. Erstellen Sie eine Sammlung der Inhalte, die Sie für die Erstellung der Präsentation brauchen könnten. Die Sammlung darf ruhig umfangreicher sein, als Sie sie letztendlich brauchen werden. Die Inhalte müssen zunächst nicht sortiert sein – Fließtext oder Stichworte reichen schon völlig aus.

2. Überlegen Sie sich eine passende Story. Zum Thema Storytelling gibt es umfangreiche Fachliteratur mit vielen hilfreichen Tipps. Denken Sie daran: Jede Story hat einen Anfang, an dem der Kunde und sein zu befriedigender Bedarf stehen und ein Ende, wo der Bedarf des Kunden erfüllt ist.

3. Nun können Sie die passenden Inhalte auswählen und gemäß der Story sortieren. Schaffen Sie Struktur, indem sie Überschriften hervorheben, Kernbotschaften herausarbeiten und die einzelnen Inhalte passend zu ihrer Gewichtung in der Story vom Umfang her anpassen.

4. Erschließen Sie für Ihre Kunden den logischen Zusammenhang. Fügen Sie den Text in Formen und ordnen diese logisch an. Größe, Farben und die Anordnung der Formen dienen dazu, die gewünschte Botschaft zu senden. Wählen Sie deshalb diese Faktoren nicht willkürlich, sondern mit Bedacht.

5. Nutzen Sie die Macht der Bilder und ersetzen Sie so gut es geht Texte durch Symbole (Icons) oder Bilder. Sie tragen so zu einer schnelleren Erfassung des Inhalts bei und sprechen Ihr Publikum auch emotional an. Der Inhalt wird dadurch für den Betrachter auch interessanter und sogar glaubwürdiger.

6. Weitere visuelle Anreize setzen Sie, indem sie aus Ihren Inhalten eine Infografik erstellen. Durch moderne grafischen Elementen machen sie ihr Publikum neugierig. Dies ist eine sehr gute Basis für die Wahrnehmung von Informationen.

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